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Haare klonen – endlich Hilfe bei Haarausfall

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Haarausfall ist ein Thema, das keinen wirklich kalt lässt. Immerhin sind viele im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Gerade in Zeiten von Hormonumstellungen wie sie während der Schwangerschaft und Stillzeit passieren, leiden Frauen darunter. Zu den aufregenden Veränderungen, die eine Geburt mit sich bringt, ist Haarausfall eine Belastung. Doch auch im Zuge von Medikamenteneinnahme kann es dazu kommen, dass sich Haare vorzeitig verabschieden. Die häufigste Ursache jedoch für Haarausfall liegt in den Genen. Ungefähr die Hälfte aller Männer ab 50 verliert dauerhaft Haare. In den letzten Jahrzehnten hat sich mit der Haartransplantation eine Methode bewährt, um Geheimratsecken und kahlen Stellen am Haupt den Kampf anzusagen. Jedoch gibt es einige Fälle, wo eine Verpflanzung von Eigenhaar nicht möglich ist. Aus diesem Grund tüftelt die Wissenschaft an einer Methode, die in der Zukunft der Haarverpflanzung eine entscheidende Rolle spielen wird. Doch bevor man sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, Haare zu klonen, sollte man wissen, was es mit dem Haarwuchs überhaupt an sich hat.

Foto von Tim Mossholder von Pexels

Haare klonen – die Hintergrundinformationen zum Thema Haarwuchs

Die Haare sind so individuell wie jeder Mensch selbst. Wie viele davon man am Kopf hat sowie die Struktur und die Farbe wird von den Genen bestimmt. Doch es gibt einige interessante Zahlen zum Thema Haar, die für alle interessant sind:

  • Auf dem Kopf befindet sich rund eine Million Haarfollikel
  • Blondschöpfe haben mit 150.000 Stück die meisten Haare am Kopf, gefolgt von Brünetten mit 110.000 und Schwarzhaarigem mit 100.000. Die wenigsten Haare haben Rotschöpfe mit nur rund 90.000
  • Pro Quadratzentimeter hat man 180 bis 300 Haare am Kopf
  • Ein Haarverlust von 100 Stück pro Tag ist normal, nach einer Haarwäsche können es sogar bis zu 300 sein

Warum es ganz normal ist, Haare zu verlieren, erklärt der Wuchszyklus. 80 bis 90 Prozent der Haare befinden sich in der Anagenphase, wie Experten das Wachstum bezeichnen. Diese dauert zwei bis sechs Jahre an. Nur ein bis zwei Prozent des Haares sind in der Übergangsphase, die sehr kurzfristig ist und im Fachjargon Katagenphase heißt. In der Telogenphase (Ruhephase) befinden sich 10 bis 20 Prozent der Haare, sie dauert zwei bis vier Monate an. Nach dieser Ruhephase fällt das Haar auf völlig natürliche Weise aus. Jeder Haarfollikel kann diesen Zyklus bis zu 30 Mal durchleben. Kommt es zum Beispiel durch erbliche Ursachen zu einer Verkürzung der Wachstumsphase, erreicht das Haar nicht mehr die gewohnte Länge. Im Endstadium sind die Haarwurzel so verkümmert, dass eine Glatze entsteht. Damit muss sich dank der neuen Haarverpflanzungstechniken jedoch niemand mehr abfinden. Bald schon wird darüber hinaus das Haare klonen möglich sein. Aktuelle Studien haben schon einige Erfolge gezeigt.

Haare klonen – der aktuelle Stand

Bereits in der Vergangenheit haben sich die USA oft einen Namen als Vorreiter in der Wissenschaft gemacht. Auch beim Thema Haare klonen stehen sie ganz vorne. Nach aktuellen Medienberichten ist es Mitarbeitern der Columbia University Medical Center gelungen, Haare zu klonen. Revolutionär ist dabei der Ansatz, die neuen Haare in einem Reagenzglas zu züchten. Bisher wurden bei Verpflanzungen ja bestehende Haarfollikel entnommen. Oft kam dafür nur ein Spenderbereich aus dem Hinterkopf in Frage. Doch nicht bei allen Betroffenen ist dieser Eingriff möglich.

Darüber hinaus kommt es bei jeder Form der Haarverpflanzung zu zwei betroffenen Stellen: Einerseits werden am Spenderbereich Gruppen von Haarwurzeln entnommen. Dafür wird zwar eine hauchdünne Hohlnadel verwendet, dennoch entsteht eine Hautreizung. Am Empfängerbereich müssen mikrofeine Schnitte angebracht werden, um das Haar zu verpflanzen. Diese Schnitte sind beim Haare klonen ebenfalls erforderlich, weil man ja die in der Außenwelt gezüchteten Haare in die Haut implantieren muss. Allerdings entfällt bei dieser modernen Art die Entnahme in der Spenderregion.

Nun ist es Forschern eben gelungen, Zellen zu züchten die von sich auch neue Haare produzieren. Somit muss kein anderer Bereich des Kopfes als Spender dienen. Mit dieser Methode erhoffen sich viele von Haarausfall Betroffene endlich wieder ein volles Haarkleid. Momentan befindet sich das Haare Klonen noch in den Kinderschuhen. Es werden momentan erste Studien damit durchgeführt.

Studien zum Thema Haare Klonen

Für eine in den USA durchgeführte Studie wurden Klienten ausgewählt, die an androgenetischem Haarausfall litten. Das ist die häufigste Ursache dafür, dass sich das Haarkleid lichtet. Rund 50 Prozent aller Männer, die das 50. Lebensjahr überschreiten, klagen über Geheimratsecken und Haarausfall am Hinterkopf. Grund dafür ist eine Übersensibilisierung gegen ein bestimmtes Hormon.

Bisher war eine Haartransplantation das einzige Mittel, dagegen anzukämpfen. Bei den meisten Betroffenen bleibt ein Haarkranz im Nacken stehen, den Experten als Spenderregion definieren. Jedoch ist nicht immer klar, wie gesund die Haarwurzel noch sind. Wenn sie ebenfalls schon empfindlich gegen das Hormon reagieren und die Wachstumsphase frühzeitig beenden, kann es dazu kommen, dass auch nach der Verpflanzung die Haare nicht dauerhaft sprießen. Bei der Zelltherapie hingegen, die für das Klonen von Haaren herangezogen wird, bilden Experten im Labor Zellen in einer dreidimensionalen Tropfenform. Diese Zellkultur ist fähig, neue Haare zu bilden. Diese Form der Zelle kommt im menschlichen Körper vor und wird daher von den Experten herangezogen. Bei der ersten Studie zum Thema Haare klonen lud man sieben Betroffene ein, sich nach der neuen Technik behandeln zu lassen. Bei allen erfolgte die Transplantation der im Labor erzeugten Zellen. Fünf der sieben Patienten bemerkten bereits nach eineinhalb Monaten einen leichten Flaum, der auf neues Haarwachstum schließen lässt. Die Forscher kamen bei Gewebeproben zum Schluss, dass es sich dabei tatsächlich um Haarzellen handelte, die dasselbe Erbgut der jeweiligen Versuchsperson trugen.

Doch bis dieses moderne Verfahren der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist, wird sicher noch einige Zeit vergehen. Momentan steckt das Haare Klonen noch in den Kinderschuhen und es wird eifrig an weiteren Möglichkeiten geforscht. Dennoch sind diese ersten Resultate ein wichtiger Hoffnungsschimmer für all jene, die an Haarausfall leiden.

Fazit – Haare klonen eine Innovation

Forschern in den USA ist es gelungen, erfolgreich im Labor Zellen zu züchten, die Haare wachsen lassen. Bei einer kleinen Versuchsreihe mit sieben Betroffenen berichteten fünf davon, dass schon nach eineinhalb Monaten Haare zu sehen waren. Zwar wird es noch dauern, bis sich jeder Haare klonen lassen kann, dennoch gilt das Verfahren als zukunftsweisend. Bisher erfolgte eine Haartransplantation mit Eigenhaar aus dem noch bestehenden Haarkranz im Nacken. Beim Haare klonen entfällt die Entnahme bestehender Haare, da im Reagenzglas gezüchtete Zellen verwendet werden.