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Studio 54 – Die wahre Geschichte

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Studio 54, Foto: TVNOW/ ©2019 Weltkino Filmverleih GmbH.

Die wahre Geschichte hinter dem legendärsten Nachtclub der Welt

Studio 54 – Der legendäre New Yorker Nachtclub ist bis heute der Inbegriff von ausschweifenden Partys, wilden Drogenexzessen und hemmungslosem Sex. Ein leuchtendes Symbol der Exzentrik, das in den 70er Jahren das berauschende Lebensgefühl der Disco-Ära prägte. Täglich beherrschte das „Studio“ die Schlagzeilen und nirgends konnte man neben Weltstars wie Elisabeth Taylor, Michael Jackson oder Andy Warhol tanzen. In der Dokumentation spricht Ian Schrager, einer der beiden Gründer, erstmals selbst über den kometenhaften Erfolg und das abrupte Ende des Studio 54.

Am 26. April 1977 öffnete das Studio 54 zum ersten Mal seine Pforten und zog das feierwütige New Yorker Volk tagtäglich in seinen Bann. Für gerade einmal 33 Monate war der Nachtclub „The Place to be“ in Manhattan, ein Ort des Sehens und Gesehenwerdens und der Inbegriff für Hedonismus und Toleranz, für Glitzer und Glamour. Bis heute ist die 54. Straße die wohl berühmteste Adresse der Welt, wenn es um ausgelassene Partys geht.

Noch immer ranken sich die wildesten Geschichten um den Tanztempel, die Wahrheit kennen nur zwei Menschen: Steve Rubell und Ian Schrager, die Gründer des Studio 54. In der gleichnamigen Dokumentation erzählt Schrager die ganze Geschichte und erinnert sich 40 Jahre nach Eröffnung erstmals zurück. Zudem kommen ehemalige Mitarbeiter, Stammgäste und weitere Wegbegleiter zu Wort, die anhand von Originalaufnahmen auf die unvergessene Zeit der Wilden Siebziger zurückblicken.

v.l.: Liza Minelli, Bianca Jagger, Andy Warhol, Halston, Foto: TVNOW/ ©2019 Weltkino Filmverleih GmbH.

Steve Rubell, der 1989 an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung starb, und Ian Schrager stammen beide aus Arbeiterfamilien und wuchsen in Brooklyn auf. Seit Collegetagen waren die beiden eng befreundet und hatten eine gemeinsame Vision: Den besten Nachtclub der Welt zu eröffnen. In nur sechs Wochen verwandelten der extrovertierte Rubell und Schrager, das introvertierte Mastermind hinter den Kulissen, ein ehemaliges Theater und TV-Studio zum exklusivsten Club der Welt. Und bereits die Eröffnungsparty setzte ein Zeichen: Stars wie Liza Minelli, Frank Sinatra und Cher stürmten die Tanzfläche und sorgten fortan täglich für Schlagzeilen – der Prominentenkult war geboren. Jeder wollte rein, doch nur Ausgewählten wurde Einlass gewährt. Für diejenigen, die es schafften, öffnete sich das Tor zum Paradies: Inmitten eines heruntergekommenen Viertels, das von Kriminalität und Homophobie beherrscht wurde, entstand genau hier ein Zufluchtsort vollkommender Freiheit; ob jung oder alt, schwul oder hetero, schwarz oder weiß – Anderssein wurde hier zelebriert, Diskriminierung gab es nicht. Hier „koksten Friseure mit Filmstars und Aussteiger mit Aristokraten“, wie der SPIEGEL anlässlich des 30. Jubiläums schrieb.

Doch so kometenhaft der Aufstieg des Studio 54 war, so schnell bahnte sich auch sein Ende an. Bei einer Razzia wurden nicht nur säckeweise Kokain, sondern ebenso viel Bargeld gefunden: Ian Schrager und Steve Rubell bekannten sich schuldig, 2,5 Millionen Dollar Steuern hinterzogen zu haben und wurden zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Noch während ihrer Inhaftierung verkauften sie den Nachtclub. Ein Gastronom übernahm das gewichtige Erbe für 4,75 Millionen Dollar, doch die Glanzzeiten waren vorbei. 1986 ging das Licht im Studio 54 endgültig aus – und bleibt doch bis heute unerreicht und unvergessen.

Deutschlandpremiere, Mo., 14.10.19, 20:15 Uhr